Das vergangene Winterhalbjahr stand für viele Zielgebiete unter keinem guten Stern. Durch die schlechten Schneebedingungen mussten vor allem die klassischen Skigebiete im Alpenraum große Einbußen hinnehmen. Dennoch war das Winterhalbjahr 06/07 nach GfK TravelScopeBasic über alle Urlaubsarten hinweg betrachtet besser als sein Ruf. Insgesamt ist sogar ein leichter Anstieg an Reisen zu verzeichnen.
Das Wachstum bei allen Reisen kam vor allem aus dem verstärkten Trend zu Kurzreisen zwischen 2 bis 4 Tagen (+2%). Urlaubsreisen ab 5 Tagen waren dagegen eher rückläufig.
Auch für Deutschland als Zielgebiet wurden über alle Urlaubsarten hinweg insgesamt 2% mehr Reisen gemessen. Stark nachgefragt waren Städtetrips - bspw. nach Berlin oder Hamburg - und dies nicht nur als Kurzurlaube, sondern auch mit längeren Aufenthalten von über 4 Tagen.
Zudem profitierten von dem schneearmen Winter gerade bei Reisen über 5 Tagen die deutschen Küstenregionen an Nord- und Ostsee.
Dagegen mussten die Skigebiete in diesem besonders milden Winterhalbjahr große Gästerückgänge hinnehmen. Viele Urlauber, die bereits einen Skiurlaub gebucht hatten, konnten die Berge nicht zum Skifahren oder Snowboarden nutzen, sondern verbrachten diesen Urlaub dann bspw. mit Wandern. Notgedrungen wurde aus ‚Winterurlaub im Schnee’ ein ‚Urlaub auf dem Land bzw. in den Bergen’.
Obwohl durch Schneekanonen und Gletscherskigebiete teilweise erfolgreich versucht wurde, den Schneemangel zu kompensieren - so konnte Österreich seinen Marktanteil von 47% auf über 50% bei den "nur" Ski- und Snowboardreisenden sogar steigern -, in der breiten Masse verlor jedoch vor allem Österreich gemäß GfK TravelScopeDestination im Winter 2006/2007 stark an Nachfrage aus Deutschland.
Die Gewinner des fehlenden Schnees waren dagegen die Fluggesellschaften, die im Vergleich zum Vorjahreswinter einen Zuwachs von 9% verzeichnen konnten. Grund für diesen hohen Zuwachs waren ohne Zweifel die verstärkten Angebote der Low-Cost-Carrier.
Damit einhergehend zeichnet sich ein Trend ab, dass immer mehr Zweit- und Drittreisen vor allem von finanziell besser ausgestatteten Haushalten getätigt werden. Hingegen waren es vor allem die kaufkraftschwächeren Familien, die durch den fehlenden Schnee wohl komplett auf Ihren Winterurlaub verzichteten.
Nach dem Rückblick auf die vergangene Wintersaison steht uns mit GfK TravelScopeForecast ein erster Ausblick auf die Urlaubsplanungen für den kommenden Winter 07/08 ab Ende September 2007 zur Verfügung.
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