Die Analyse des Reiseverhaltens ist für die tägliche Arbeit enorm wichtig. Ebenso wichtig ist aber auch die Prognose für das laufende Tourismusjahr: Deshalb fragen wir bei unseren Erhebungen ausführlich im Hinblick auf Reiseabsichten, Planungen und bereits gebuchte, aber noch nicht getätigte Reisen. Dadurch sind wir in der Lage, zum jeweiligen Stichtag einen Planungs- und Buchungsstand als Frühindikator zur Entwicklung des Geschäfts in einer Saison anzugeben.
Um konkrete Erkenntnisse daraus abzuleiten, vergleichen wir den Planungsstand mit dem vergleichbaren Stichtag des Vorjahres.
Für das Tourismusjahr 2007/08 waren zum Stichtag 1. November 2007* 59,33 Millionen Reisen geplant (mit vier und mehr Übernachtungen) gegenüber 59,98 Millionen Reisen zum Vorjahres-Vergleichszeitraum. Im Jahr 06/07 gab es am Ende tatsächlich 78,77 Millionen getätigte lange Reisen. Dies bedeutet, dass knapp 25 Prozent aller Reisen ohne größere Vorausplanungen oder gar Buchungen durchgeführt werden. Dr. Wolfgang Adlwarth, Managing Director der GfK Panel Services, sieht darin einen eindeutigen Trend: "Seit Jahren beobachten wir, dass dieser Wert kontinuierlich ansteigt. Dies ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass immer mehr Deutsche spontan verreisen."
Für die Sommersaison Mai bis Oktober 2008 liegt der Planungsstand bei 38,09 Mio. Reisen. Für beide Betrachtungszeiträume Tourismusjahr und Sommersaison bedeutet dies jeweils ein Minus von über 1 Prozent.
Allerdings ist ein klarer Trend zu erkennen: Mittelmeer und Fernreisen wieder im Kommen!
Nach dem bereits rückläufigen Jahr 06/07 erwarten wir für Deutschland einen weiteren Rückgang. Zu diesem für den Inlandstourismus sicherlich noch sehr frühen Zeitpunkt erwarten wir aktuell einen Rückgang um 4 Prozent.
Ebenfalls negativ – jedoch deutlich weniger als im Binnentourismus – sieht es mit minus 1 Prozent bei den europäischen Nachbarländern aus, die vorwiegend mit dem Auto bereist werden.
Die Vorzeichen verkehren sich bei den Reisen ans Mittelmeer ins Positive. Die derzeitigen Reiseabsichten liegen mit 1,68 Prozent über dem Vorjahresniveau. Erfreulich stellt sich auch der Fernreisemarkt dar, der mit 0,4 Prozent im Plus liegt.
*Anmerkung: Die Ergebnisse zum Stichtag 1. Februar liegen ab Mitte März vor
Der Gewinner dieser Sommersaison wird die USA. Der schwache Dollar verführt die Deutschen dazu, über den Atlantik zu jetten. Für die aktuelle Wintersaison (Nov.07 bis April 08) geben uns unsere Befragten an, rund 8 Prozent mehr in die USA reisen zu wollen. Für die Sommersaison ´08 gehen wir davon aus, dass sogar zweistellige Wachstumsraten in Höhe von 15 Prozent erreicht werden.
Dies sind gute Nachrichten für die Reiseveranstalter und Fluglinien, da nach Übersee immer gebucht werden muss. Diese Reisen sind meist beratungsintensiver und so wird überdurchschnittlich das klassische Reisebüro "um die Ecke" von diesen Buchungen profitieren. Erfahrungsgemäß ist es so, dass der Inlandstourismus und die europäischen Nahziele weniger vorausgeplant und gebucht werden und bezüglich des Marktanteils mit Fortschreiten der Saison überdurchschnittlich zulegen. Ein direkter Vergleich zu den getätigten Reisen des Vorjahres-Zeitraum sollte dementsprechend mit den uns für jedes einzelne Zielgebiet vorliegenden Faktor an spontanen Reisen ergänzt werden.
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